Sonnenstrom smart teilen und speichern

Erneuerbare Energiegemeinschaften und Speicherlösungen machen Sonnenstrom breiter nutzbar.

 

Überschüssiger Strom aus Photovoltaikanlagen kann ins Netz eingespeist werden. Er lässt sich aber auch mithilfe von Speicherlösungen für die Abend- und Nachtstunden nutzen oder über Energiegemeinschaften mit anderen teilen. Genau diese beiden Möglichkeiten standen im Mittelpunkt des fünften Solar-Talks der Wiener Sonnenstrom-Offensive, der als Spezialausgabe im Rahmen der diesjährigen Nachhaltigkeitswoche der Wirtschaftskammer Wien (WKW) stattfand. Zur Informationsveranstaltung waren Führungskräfte aus Wiener Betrieben und Organisationen geladen. Rund die Hälfte der Gäste war erstmals bei einem Solar-Talk dabei – ein starkes Zeichen für das wachsende Interesse an gemeinschaftlich erzeugtem Sonnenstrom und intelligentem Energiemanagement.

Stefan Sattler von der Abteilung Energieplanung in der Stadt Wien (MA 20) informierte über aktuelle Aktivitäten der Wiener Sonnenstrom-Offensive und über vorhandene Beratungsangebote für PV-Projekte. Sebastian Linder und Anna Strobl vom Nachhaltigkeitsservice der WKW zeigten auf, wie Unternehmen beim Einstieg in die Photovoltaik begleitet werden. Roland Spitzhirn von den Vereinigten Eisfabriken berichtete aus der Praxis über die Gründung und den Betrieb einer Bürger*innen-Energiegemeinschaft. Monika Gindl-Muzik und Benjamin Treitler erklärten, wie WienCont Stromspeicher einsetzt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Lorjan Polozani von der Abteilung Energieplanung.

Neues aus der Wiener Sonnenstrom-Offensive

 

Wind- und Wasserkraft sind im Wiener Stadtgebiet nur eingeschränkt nutzbar. Deshalb spielt der Umstieg auf Photovoltaik eine zentrale Rolle für die erneuerbare Energiewende in Wien. Stefan Sattler von der Stadt Wien unterstrich in seinem Impulsreferat die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen Betrieben und der Stadt für den weiteren PV-Ausbau. Rund 80 Unternehmen und Organisationen haben sich bereits als Solarpartner der Stadt Wien deklariert. Viele weitere nutzen die Beratungs- und Förderangebote. Künftig rücken Themen wie intelligentes Energiemanagement und die Nutzung alternativer Flächen von Gebäuden abseits von Dächern in den Fokus.  

Starke Partner für Unternehmen

 

Auch die Wirtschaftskammer Wien zeigt, wie Betriebe Schritt für Schritt in Richtung Sonnenstrom gehen können. Sebastian Linder vom Nachhaltigkeitsservice der WKW präsentierte die im Rahmen von OekoBusiness Wien finanziell unterstützte technische und wirtschaftliche Erstanalyse SolarFit!. Diese umfasst auch Empfehlungen zu E-Mobilität, Speicherlösungen, Energiegemeinschaften sowie behördlichen Auflagen. Grundlage dafür ist der Solarpotenzialkataster der Stadt Wien. Anna Strobl zeigte, wie Betriebe mit dem Report Solarpotenzialder WKW auch eigenständig eine erste Einschätzung der PV-Tauglichkeit ihres Standorts vornehmen können. Über das digitale Tool ecoGIS lassen sich mit wenigen Klicks automatisiert und individuell aufbereitete Daten zum Standort abrufen – darunter Flächenpotenzial, Ertragsprognosen und weitere Entscheidungshilfen.

Geteilter Sonnenstrom über die Stadtgrenze hinweg


Von Ab-Hof-Eiswürfeln über Bienenstöcke am Dach bis hin zur Nutzung von Restwärme und einer PV-Anlage mit 800 kWp Gesamtleistung – die Vereinigten Eisfabriken setzen seit Jahren auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Eine weitere Besonderheit stellte Geschäftsführer Roland Spitzhirn im Rahmen des Solar-Talks vor: die Bürger*innen-Energiegemeinschaft "Eisbärenpower". Diese funktioniert genossenschaftlich und ohne räumliche Grenzen. So kann etwa auch jemand in Oberösterreich vom überschüssigen Sonnenstrom aus Wien profitieren. Derzeit sind rund 20 Mitglieder dabei. Ein großer Vorteil für PV-Produzent*innen und Verbraucher*innen zugleich ist die Unabhängigkeit vom schwankenden Strompreis am freien Energiemarkt. Außerdem sind Energiegemeinschaften wetterunabhängiger, wenn sie sich über ein größeres geografisches Gebiet erstrecken. Denn, wenn das Wetter an einem Ort trüb ist, gibt es die Chance, dass anderswo die Sonne scheint.

Speicher macht Betrieb flexibel und sicher

 

Der Containerterminal von WienCont am Hafen Freudenau sorgt täglich dafür, dass die Fracht von 650 Lkws auf die Schiene oder auf Schiffe umgeladen wird. Das trägt zur Reduktion der Transportemissionen bei. Geschäftsführerin Monika Gindl-Muzik erklärte in ihrem Impulsreferat, dass aktuell mehr als 350 PV-Module einen Teil des Strombedarfs auf dem 200.000 Quadratmeter großen Areal abdecken. Bis Ende nächsten Jahres ist geplant, einen Eigenstromanteil von zwei Dritteln zu erreichen. Der optimale Einsatz des hausgemachten Stroms wird durch einen Batteriespeicher mit knapp 100 kW Lade-/Entladeleistung sichergestellt. Aus Sicht von Benjamin Treitler, Nachhaltigkeitsbeauftragter bei WienCont, bringt diese Kombination nicht nur Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit, sondern auch eine spürbare Kostenreduktion.

Sie haben Fragen zur Nutzung von Sonnenstrom in Wien?

 

Die Sonnenstrom-Offensive der Stadt Wien steht Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen bei allen Anliegen rund um Photovoltaik zur Seite – von der ersten Idee bis zur konkreten Umsetzung. Und auch wenn das Förderbudget für das Jahr 2025 bereits ausgeschöpft ist, beraten unsere Expert*innen weiterhin zu den technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für PV-Anlagen, Speicherlösungen und Energiegemeinschaften. Buchen Sie jetzt Ihre persönliche PV-Sprechstunde. 

Hubert Fechner von der Technologieplattform Photovoltaik Austria informiert über innovative PV-Lösungen..
Hubert Fechner von der Technologieplattform Photovoltaik Austria informiert über innovative PV-Lösungen.